2007-02-09 -  Ausbau/Neubau der B 90 zwischen Saaldorf und Frössen

Am 18. Januar fand im Landesverwaltungsamt Weimar eine weitere Informationsveranstaltung zum Vorhaben „Ausbau/Umbau der B 90“ statt. Neben vielen Landesbehörden waren auch die Bürgermeister von Gefell und Bad Lobenstein eingeladen. Zur ersten Informationsveranstaltung im Juni 2006 wurden drei Planungsvarianten

a) Umbau entlang der vorhandenen Trasse mit LKW- Kriechspur

b) Umbau mit Teilnutzung der vorhandenen Trasse

c) Neubau einer völlig neuen Trasse nordöstlich der jetzigen Straßenführung

vorgestellt und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Planungsvarianten diskutiert.

Ausgelöst wurde die Erstellung einer Umweltverträglichkeitsstudie, die den Naturraum innerhalb des Planungsgebietes bewertet. Zur Veranstaltung am 18. Januar wurde informiert, dass die vorliegende Studie im Planungsgebiet keine umweltgerechte Alternativtrasse zur jetzigen Straßenführung zulässt, so dass der Umbau im alten Trassenverlauf erforderlich sei. Dieser Aussage haben die Bürgermeister Schmidt und Oppel entschieden widersprochen, weil

1. der für Bundesstraßen geltende normgerechte Ausbau der alten Trasse auf Grund der zu minimierenden Steigungen und Kurvenradien ganz erhebliche Eingriffe in die gegebene Landschaft mit sich bringt und Schluchten von 50 bis 60 Meter Kronenweite entstehen;

2. der Kostenaufwand ganz erheblich gegenüber der im homogenen Steigungsbereich möglichen neuen Trasse erhöht wird;

3. der Neubau neben dem geringeren Flächenbedarf den Vorteil eines zügigen und ungestörten Bauverlaufes fast ohne erhebliche Behinderungen durch Kaskaden von Bauampeln und einspuriger Verkehrsführung hat;

4. für den Grundstückseigentümer bzw. Waldbesitzer die Schaffung von mit Steuermitteln bezahlten Schwerverkehrstrassen eine Grundvoraussetzung und gleichzeitig ein „Geschenk“ ist, um ihre Schwerlastprodukte Holz möglichst günstig abtransportieren zu können und somit Grundstücke gern zur Verfügung stellen müssten;

5. zur Betrachtung der laut Umweltverträglichkeitsstudie wertvollen Naturräume auch die ehrliche Feststellung gehört, dass bei der „Holzernte“ naturschutzbezogene Belange kaum eine Rolle spielen und der Sturm „Kyrill“ im vorgesehenen Neubaubereich oberhalb des Ziezelsgrundes bereits eine Schneise der Verwüstung gezogen hat;

6. nach Schaffung der Neubautrasse ohne Verkehrsbehinderungen der alte Straßenbereich vollständig zurückgebaut und damit der Natur und den Waldeigentümern zurückgegeben werden kann. Zu welchen Leistungen die Natur im Stande ist, wenn der Mensch nicht negativ eingreift, verdeutlichen die entstandenen Biotopstreifen entlang der     ehemaligen Zonengrenze, wobei dort durch spezielle Unkrautgifte kahle Vegetationsschneisen geschaffen wurden.

    Zusammenfassend appellierten die Bürgermeister, dass neben dem sparsamsten Umgang mit Steuergeldern und forstwirtschaftlichen Flächen die Bauzeitbelastungen und Verkehrsbehinderungen, die durch Staubildung wiederum zusätzliche Schadstoffemissionen verursachen, zu beachten sind, wie auch die Tatsache, dass eine über lange Zeit eingeschränkte Funktion der B 90 in diesem Bereich zwangsläufig die Verkehrsströme über Saalburg verstärkt, was für die Stadt und die bereits angegriffene Brücke nicht zu verantworten ist. Herr Schmidt und Herr Oppel haben deshalb zwischen den Varianten einen Kostenvergleich, eine Studie der Verkehrsbehinderungen und Verkehrsströme und letztendlich die Entscheidung für eine Neubautrasse gefordert.