2008-06-19  Klausursitzung des Stadtrates zur „ETI-Studie“

 

Bereits im Amtsblatt Nr. 4/2008 wurde über die wesentlichsten Inhalte der ETI-Studie und den Stand Bad Lobensteins im Vergleich der 20 beteiligten Thüringer Kurorte berichtet. Zwischenzeitlich fanden weitere Beratungen im Thüringer Heilbäderverband, dem Wirtschaftsministerium und am 28. Mai eine spezielle Klausursitzung des Stadtrates statt. Dem Stadtrat lag die Ergebnisdokumentation des Europäischen Tourismusinstitutes (ETI) an der Universität Trier vor, in welcher Stärken und Schwächen Bad Lobensteins aufgezeigt und erläutert wurden. In der Klausursitzung wurden die einzelnen Punkte der Ergebnisdokumentation durchgegangen und dabei die entsprechenden Bewertungen und Einschätzungen des Bürgermeisters zur Diskussion gestellt. Die Stadtratsmitglieder sollten ihrerseits Anregungen, Vorschläge oder Hinweise geben, so dass am Ende Handlungsschwerpunkte festgelegt werden können.

Zu den großen Stärken Bad Lobensteins zählen die landschaftlichen Gegebenheiten und deren Vielfalt  und es bestand Einigkeit, dass man mit diesem „Kapital“ noch effektiver in die Werbung und Vermarktung gehen soll. Gleichzeitig wurde der Hinweis gegeben, dass bei größeren Baumaßnahmen, z. B. im Straßenbau oder in Bezug auf Windkraftanlagen, darauf geachtet werden muss, die Landschaft nicht zu beeinträchtigen. Ein wesentliches Problem ist die noch ungenügend ausgeprägte bzw. für den Gast spürbare kurörtliche „Atmosphäre“, bei welcher eine Vielzahl subjektiver und objektiver Faktoren eine Rolle spielt. Zuwenig Blumenkästen an den Fenstern, Blumenkübel und Rabatte im öffentlichen Bereich, aber auch Fußgängerfreundlichkeit, ungenügende Verkehrsberuhigung und die allgemeine Freundlichkeit gegenüber dem Gast sind wichtige Faktoren in diesem sehr umfangreichen Komplex. Bei den Wanderangeboten wurden Reserven erkannt, was vor allem die Beschilderung, Dokumentation sowie Wanderfreundlichkeit der Wege selbst betrifft. Die Stadtratsmitglieder und der Bürgermeister haben hierzu Anregungen gegeben, um mit verschiedenen Themenwegen (Nordic Walking, Terrainkurweg, Geoweg, Weg mit kleinen ortstypischen Gedichten usw. die Attraktivität und Vielfalt der Wandermöglichkeiten zu verbessern. Kritisiert wurde auch unser Kurpark, der nach Auffassung der Fachleute nicht als solcher erkennbar ist, weil er relativ wenig Abgrenzungen nach außen hat, Fahrrad und teilweise auch Autoverkehr zulässt – was völlig unüblich ist – und bei der Pflege und gärtnerischen Gesamtgestaltung noch Reserven erkennen lässt. Für einen Kurort unterdurchschnittlich fiel die Bewertung der Hotel- und Gastronomieangebote aus, was sich vor allem im Bereich Qualität, Gästeservice, Öffnungszeiten (vor allem sonntags) widerspiegelt. Bei der Fahrrad- aber vor allem Fußgängerfreundlichkeit wurden ebenfalls erhebliche Probleme gesehen und der deutlich überhöhte innerstädtische Verkehr kritisiert.

Als Fazit der Bewertung aller Kriterien wurden in der Studie „Handlungsdruckfaktoren“ aufgezeigt, wobei nach Gesundheitstouristen, Erholungstouristen und Wohlfühlurlaubern differenziert wurde. Im Ergebnis der Klausursitzung wurden für Bad Lobenstein folgende Handlungsschwerpunkte entsprechend ihrer Wichtigkeit erkannt und bestätigt: 1. Verbesserung der kurörtlichen Atmosphäre, 2. Verbesserung der Fußgängerfreundlichkeit, 3. Verbesserung des Gastronomie-, Beherbergungs- und Hotelangebotes, 4. Verbesserung des Reiseservices für Individualreisende und 5. Verbesserung des Internetauftritts der Stadt. Um hier Verbesserungen zu erreichen, muss ein gemeinsames Agieren aller Beteiligten erreicht werden. Leider werden immer wieder die erheblichen Potentiale der Tourismuswirtschaft unterschätzt, weil dieser Wirtschaftszweig eben nicht wie ein Produktionsbetrieb exakt abrechenbar und steuerbar ist. Die Stadtratsmitglieder waren sich jedenfalls einig gemeinsam die Probleme anzugehen und auch dieses Standbein unserer Stadtentwicklung im Rahmen der Möglichkeiten mit den erforderlichen Entscheidungen zu stärken.

 

 

  

 

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Stadtverwaltung Bad Lobenstein