Alte Wache
Die Alte Wache in Bad Lobenstein ist ein echtes Schmuckstück des Klassizismus und gehört genau wie die ehemalige Kutschenremise (heute Touristinformation) zum historischen Residenzensemble rund um das Neue Schloss. Sie erzählt von einer Zeit, in der Bad Lobenstein zwischen 1647 und 1824 als Residenzstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie eine wichtige Rolle spielte. Damals war das Gebäude alles andere als stiller Zuschauer: Ungefähr 12 bis 15 Wachleute waren hier stationiert und sorgten für die Sicherheit der fürstlichen Familie.
Heute braucht es zwar keine Wachen mehr, doch die Alte Wache bewacht weiterhin die Geschichte der Stadt – als kulturhistorische Sehenswürdigkeit beherbergt sie einen Teil des Stadtarchives und ist beliebter Halt bei einem Spaziergang durch die charmante Altstadt.
Das anmutige Gebäude wurde vermutlich um das Jahr 1800 errichtet und ist ein schönes Beispiel klassizistischer Architektur. Seine ausgewogenen Proportionen und die klare Formensprache spiegeln die Ideale dieser Epoche wider, die sich an der Baukunst der Antike orientierte.
Die Vorderseite wird von vier kannelierten dorischen Säulen geprägt, die einen kräftigen Architrav tragen. Darüber erhebt sich ein markanter Dreiecksgiebel, der dem Bau seine repräsentative Wirkung verleiht. Mit ihrer schlichten Eleganz fügt sich die Alte Wache harmonisch in das umgebende Gebäudeensemble ein und zeugt von der Baukultur seiner Zeit.



